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Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht
von Jakob Hein (Autor)

Originaltitel:
Übersetzung:
Verlag: Piper Verlag, 2008
Seiten: 192
Erscheint am 11. September

Klappentext
Seit Boris Moser seine Agentur für verworfene Ideen eröffnet hatte, war niemand anderes als er selbst durch die Eingangstür getreten. Nun stand diese Frau vor seinem Schreibtisch, Rebecca. Kastanienbraunes Haar fiel auf ihre Schultern, und ihre Augen leuchteten. Während Boris noch darüber sinnierte, ob ihre elegante Nase ihr einen evolutionären Vorteil einbrachte, sprach Rebecca ihn an. Schlagartig wurde Boris klar, dass er diese Frau nie wieder gehen lassen durfte. Und dann tat er etwas, das er sonst unter allen Umständen vermieden hätte: Er erzählte ihr von einem verworfenen Romananfang. Er erzählte ihr von Sophia, die für ihren Auftraggeber eine Geschichte aufschrieb. Sie handelte von dem Wissenschaftler Heiner, der kurz davor stand, den Sinn des Lebens zu ergründen.

Kurzbeschreibung
Boris Moser hat eine Agentur für verworfene Ideen. Als eines Tages Rebecca seinen Laden betritt wird sich sein Leben verändern, denn ihr liest er seinen Romananfang vor. Mit Rebecca bekommt der Leser nun den Roman von Boris präsentiert und findet sich plötzlich in einer neuen Geschichte von Sophia und Sebastian wieder.

Tinkerbell’s Meinung
Vielleicht war es William Shakespeare, der die Kunst des Play-within-a-play veredelt hat. Und nach dieser Manier findet man in Hein’s Werk ein Buch im Buch. Wie beim Häuten einer Zwiebel verstecken sich immer neue Geschichten in dem Buch. Angefangen bei der Rahmenhandlung von Rebecca und Boris, über Sophia und Sebastian bis zur innersten Geschichte von Heiner und Wolf. Alle drei Geschichten finden durch einen einheitlichen Schreibstil und die wirklich kuriosen Ideen zueinander. Der Unterscheid ist eben eindeutig die Handlung. Mir persönlich gefällt die Handlung um Wolf und Heiner am Besten, die Sympathien für den Teufel, die ich in der Literatur hege, werden hier wieder gepflegt: Wolf, der als Mephisto den Faust-Heiner in seinem Streben nach Antworten durch einen teuflischen Streich isoliert. Leider ist die innerste Geschichte sehr kurz.
An sich könnt man sagen, für sich genommen bilden alle drei Geschichten schöne Kurzgeschichten und doch könnte die eine ohne die andere nicht existieren. Das ist, was das Buch von Hein so spannend macht. Unauffällig sind alle Geschichten mit einander verwoben. Eine ohne die andere kann nicht existieren, sie brauchen einander und sind doch völlig unabhängig von einander.
Trotzdem hat mich das Buch nicht so begeistert wie ich es mir gewünscht hätte. Der Schreibstil wirkt oft zu gekünstelt, zu gewollt intellektuell und ist nach einer Weile eher anstrengend als anregend. Und die Geschichten an sich sind teilweise etwas nichts sagend. Es gibt keine Katharsis (muss es ja auch nicht immer) aber auch sonst nichts was längerfristig von dem Buch bleibt. Die Geschichten regen mich nicht wirklich zum Nachdenken an, sind zwar lustig und interessant aber ohne den Tiefgang den der Schreibstil suggerieren möchte.

In einem Satz
Ein kurzweiliges Buch, zum Zwischendurch-lesen, es macht Spaß aber fordert ein bisschen zu wenig.

Bewertung
4.5 von 6 Elfensternen

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