Und heute ist es nun endlich so weit: mein Blogwichtel Eintrag von dem Herrn Hollemann zugesandt ist angekommen. Vielen lieben Dank an den Wichtel… wer auch immer Du bist 😉

Vor Jahren habe ich einen Stempel geschenkt bekommen, der eine kleine Fee mit Flügeln und darunter einen einzeiligen Schriftzug zeigt: „I believe in fairies.“ Ich weiß natürlich, dass andere Menschen nicht an die Existenz von Elfen, Feen und und andere Märchengestalten glauben, aber sie liegen völlig falsch damit. Das sei doch alles nur „Mädchenkram“, belehrten mich meine Freunde, mitleidig lächelnd. Sie sind eben noch nie einer Fee begegnet.

Alben, Elben, Elfen und Feen sollen ja von einem gemeinsamen Urahn abstammen, der am Anfang der Zeiten mithalf, die Welt aus den Klauen eines mächtigen Dämonen zu befreien und sie sich zu einem gastfreundlichen und wohnlichen Ort entwickeln zu lassen, wie uns die vielbändige Chronik des Zwergs Nase mitteilt. Das Heer der Alben bestand demnach aus schlanken, groß gewachsenen Kriegern, deren weiße Gewänder so leuchteten, dass die Augen schmerzten. Unter ihnen befanden sich viele Hexenmeister, die mit weißer Magie vertraut waren und diese zu ihrem eigenen Schutz und dem ihrer Freunde einsetzten.

Sehr schnell entwickelten die Elfen Kunstfertigkeiten, mit denen sie vor allem die Menschen immer wieder verblüfften. Alles an ihnen war reinste Poesie, und ihr Gesang war ein sehnsüchtiger, melancholischer Wohlklang. Sie begannen, sich mit Literatur, Philosophie und Musik zu beschäftigen, und errichteten ihr eigenes Reich, das von der unsagbar schönen Titania regiert wurde. Einige Generationen später kam es zu plötzlichen Zerwürfnissen und schroffer Ablehnung auf Seiten der Menschen, die begannen, die Mittler zwischen den Welten auf Scheiterhaufen anzuzünden.

Von da an trennten sich die Wege der Elfen und der Menschen. Die Elfen zogen sich in unwegsame Gebiete zurück, in die sich selten ein Mensch verirrte, oder kehrten zu den Wohnstätten ihrer Ahnen zurück. Wenn sie sich unter Menschen bewegten, machten sie sich klein und verhielten sich völlig unauffällig. Seit dieser Zeit werden sie oft mit Schmetterlingen verwechselt, aber wenn sie schnell davonfliegen, lassen sie ein glitzernde, silberne Spur mit einem Hauch von jenem Aroma zurück, das jedem Menschen vor Glück Tränen in die Augen schießen läßt.

Ich dachte ja, Feen hätten Flügel und einen Zauberstab, mit dem sie einem drei Wünsche erfüllen können, wenn man auf sie trifft (was sehr selten passiert, wenn ich die Legenden richtig verstanden habe). Weit gefehlt.

Ich schlief an einem Sommertag einmal ein, als ich im Gras lag und die vorüberziehenden Wolken beobachtete. Als ich wieder aufwachte und in die Sonne blinzelte, sah ich direkt neben mir ein kleines Mädchen stehen, das mich anlächelte. „Wer bist du denn?“, fragte ich sie. „Ich bin eine Fee“, sagte sie und tänzelte vergnügt neben mir herum. Ich dachte nur an ein Spiel, wie es Kinder oft spielen. Aber da nahm sie meine Hand, und plötzlich sah ich mein ganzes weiteres Leben vor meinem inneren Auge ablaufen. Ich weiß nicht, wie lange es dauerte, aber zum Schluss drückte sie mir den Stempel in die Hand. „Hier hast du das Zeichen, dass es Feen wirklich gibt. Du hast das Glück in deiner Hand. Nun mach etwas daraus.“ Sie hüpfte ein- oder zweimal auf ihren kurzen Beinchen, und schwupp, war sie weg. Vor Glück schossen mir die Tränen in die Augen.
Seitdem muss ich jedes Mal schmunzeln, wenn ich den Stempel in die Hand nehme. Und plötzlich habe ich keine Angst mehr vor dem, was da noch kommen mag.

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