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Die Hütte
von William P. Young

Originaltitel: The Shack
Übersetzung: Thomas Görden
Verlag: Allegria, Juni 2009
Seiten: 304

Kurzbeschreibung

Mack Tochter Missy wurde brutal ermordet. Von Schuldgefühlen geplagt findet Mack nur schwer ins Leben zurück und ist gefangen von einer tiefen Traurigkeit. Bis Gott ihn für ein Wochenende in seine Hütte einlädt…

Tinkerbell’s Meinung
Vielleicht sollte ich zuerst sagen, dass ich mit einer gewissen Skepsis dem Buch gegenüberstand. Ich bin Christin und stehe auch dazu, habe aber nicht so viel für die „Erweckungsbewegungen“ aus den USA übrig und habe befürchtet genau das würde das Buch werden.
Wurde es dann doch nicht und das ist eindeutig eine gute Nachricht über das Buch. Ich denke es ist für Gläubige als auch für Ungläubige (wenn ich das mal ganz inkorrekt so unterteilen darf) geeignet und vor allem interessant.
Grundsätzlich bietet das Buch einige sehr interessante Denkanstösse in Richtung Glauben und Miteinander leben. So argumentiert Young gegen das Konzept der Hölle mit dem Argument, dass Gott alle Menschen gleich liebt und Jesus bereits alle Sünden auf sich genommen hat. Ein in sich schlüssiges Argument, dass sicherlich so hingenommen werden kann. Gottes Liebe, die ohne Vorbehalte und Gegenleistungen gegeben wird, kann Mack so erfahren. Auch die Dreifaltigkeit wird anhand der drei auftretenden Figuren versucht zu veranschaulichen.
Was mich gestört hat, war die Tatsache, dass fast unauffällig Missys Tod genutzt wird um Mack’s Zugang zu Gott zu rechtfertigen. Gott sagt, Missy wäre sehr tapfer gewesen und hätte gewusst, dass Gott bei ihr sei. Das wirkt fast noch bestialischer als ihr Tod selbst. Sicher kann man argumentieren, dass Young sehr eindeutig um dieses Problem diskutiert und Missy nicht als Mittel zum Zweck darstellt. Trotzdem bleibt für mich der bittere Nachgeschmack erhalten. Und gerade das macht das Buch für mich problematisch. Es präsentiert eingebettet in eine ganz interessante Geschichte über das menschliche Schicksal einige halbgare Glaubensgrundsätze und eine sehr zweifelhafte Botschaft.
Außerdem muss ich sagen, hat sich das Buch zum Ende hin doch sehr lang gezogen. Einer Begegnung mit Gott folgte die nächste und eine wirkliche Entwicklung war kaum zu sehen. In der Kürze liegt die Würze sagt man ja so schön, und ich denke diese Würze hätte Young auch ganz gut getan.
Ich denke man sollte das Werk mit Vorsicht genießen, aber genießen kann man es schon.

In einem Satz

Ein interessantes Buch über Glauben, Liebe und Hoffnung, das man in Teilen mit Vorsicht genießen sollte.

Bewertung

4,5 von 6 Elfensternen

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